Häufig gestellte Fragen

Der Technische Kundendienst von Lucas Milhaupt hat die häufam häufigsten gestellten Fragen über Hartlöten zusammengestellt und beantwortet. Der Lucas Milhaupt-Blog enthält genaue Antworten zu den häufigsten Fragen und Herausforderungen im Bereich Hartlöten.

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  Was ist Hartlöten?

Die American Welding Society (AWS) definiert Hartlöten als eine Gruppe von Verbindungsverfahren, bei denen Materialen verbunden werden, indem diese mit einem Füllmetall (Lötmittel) bei einer Temperatur über 840 °F (450 °C) und unter dem Schmelzpunkt des Basismetalls verflüssigt werden.

  Was ist Löten?

Löten ist ein Verfahren, bei dem zwei Basismaterialen mit einem Füllmetall in einen flüssigen Zustand unter 840 °F (450 °C) und unter dem flüssigen Zustand des Basismetalls gebracht werden. 
 

  Was ist der Unterschied zwischen Hartlöten und Löten?

Der Hautpunterschied zwischen Hartlöten und Löten ist die Temperatur der Flüssigkeiten: unter 840 °F (450 °C).

  Wie funktioniert Hartlöten?

Hartlöten erzeugt eine metallische Verbindung zwischen dem Füllmetall und den zu verbindenden Oberflächen. Es wird Hitze auf das Basismetall übertragen und das Füllmetall wird daraufhin in Kontakt mit den erhitzten Bauteilen gebracht. Wenn das Füllmetall schmilzt, wird es durch die Kapillarwirkung in die Verbindung gesogen. 

  Was ist ein Flussmittel?

Flussmittel sind chemische Verbindungen, die auf die Verbindung aufgetragen werden und diese vor Luft und somit vor Oxidierung schützen. Obwohl sich Flussmittel auflöst und Oxide absorbiert, sollten die Metalle, die zusammengefügt werden sollten, vor dem Hartlöten ordentlich gereinigt werden. 

  Wie kann Flussmittel entfernt werden?

Der leichteste Weg, Flussmittel von einer Hartlötverbindung zu entfernen ist es, die Baugruppe in heißes Wasser zu tauchen. Sie können HCl (bis zu 25 %) ins Wasser hinzufügen, um hartnäckiges Flussmittel zu lösen. Sie können falls nötig auch Spezialreiniger verwenden.

  Wie kann man Flussmittel ersetzen?

Sie können Wasser verwenden, um wasserbasierte Flussmittel zu verdünnen. In der Rgel wird destilliertes oder ent-ionisiertes Wasser dafür verwendet.

  Wie stark sind Hartlöt-Verbindungen?

Die Stärke der Hartlötverbindung hängt von mehreren unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehört: Das Basismaterial, das zusammengefügt werden soll, der Abstand der Verbindung, das verwendete Füllmetall. Die Verbindungsstärke hängt von den unterschiedlichen Basismetallen und Füllmetallen ab. Die Verbindungsstärke hänge von dem Abstand der beiden zu verbindenden Metalle ab. Je höher der Abstand, desto schwächer die Verbindung. Unter den richtigen Bedingungen ist die Stärke der hartgelöteten Verbindung häufig gleich oder größer als die Stärke der Basismetalle.

  Was ist Handy One®?

Handy One® ist ein Fülldrahtprodukt, das den Hartlötvorgang vereinfacht. Handy One® ist eine Hartlötlegierung in Streifenform, die um eine bestimmte Menge pulverförmiges Flussmittel gewickelt wird. Wenn das Teil erhitzt wird, löst sich das Flussmittel und sorgt für einen Schutz vor Oxidierung. Es ist in zahlreichen Füllmetallen und Flussmittelkombinationen erhältlich, und kann praktisch alle herkömmlichen Metalle miteinander verbinden. 

  Welche Legierung wird für das Hartlöten von Kupfer an Kupfer verwendet?

In den meisten Fällen empfeheln wir eine unserer Sil Fos-Legierungen, wenn bei Klimaanlagen und Kältemittelanlagen Kupfer an Kupfer hartgelötet wird. Der Phosphor in den Legierungen ermöglicht es der Sil Fos-Gruppe, beim Hartlöten von Kupfer an Kupfer selbst als Flussmittel zu fungieren, was separates Flussmittel überflüssig macht.

  Wie wird Hartlöten bei HVAC/R verwendet?

Hartlöten war jahrelang die Standardmethode, um Metalle zu verbinden, und wurde verwendet, um Heizungen, Klimaanlagen und Kühlanlagen herzustellen. Heute enthält eine typische HVAC-Einheit hunderte von hartgelöteten Verbindungen.
Hartlöten wird verwendet, um Kupferrohre mit Doppelbogenkonstruktionen sowie mit Kopfstücke und Rippen zu verbinden, oder um Röhrenbündel zusammenzufassen. Hartlöten verbindet sowohl gleiche als auch ungleiche Metalle, dicke und dünne Abschnitte und Metalle mit weit auseinanderliegenden Schmelzwerten.
Hartlöten wird in der Industrie so universell eingesetzt, da es wirtschaftlich und leicht anzuwenden ist und da es starke, dichte Verbindungen schafft. Die Dichtheit ist vor allem bei HVAC-Geräten wichtig, da es sich dabei stets um geschlossene Systeme handelt, die eine Flüssigkeit oder ein Gas als Heiz- oder Kühlmedium verwenden. Eine undichte Verbindung würde dazu führen, dass Flüssigkeit oder Gas entweicht, und das Gerät nicht ordentlich funktioniert.
Diese Vorteile, die Wirtschaftlichkeit, die Stärke und Dichtheit sind typisch für Hartlötverfahren.

  Was definiert ein Hartlötverfahren?

Wir definieren Hartlöten als das Verbinden von Metallen mit Hilfe von Hitze und einem Füllmetall. In diesem Verfahren liegt die Temperatur des Hartlöt-Füllmetalls über 840 °F (450 °C), aber stets unter dem Schmelzpunkt der zu verbindenden Metalle.
Das Hartlöt-Verfahren besteht aus der breiten Erhitzung der Basismetalle bis zu dem Punkt, an dem das Füllmetall, das auf die Verbindungsstelle aufgetragen wird, schmilzt und durch die Kapillarwirkung in die gesamte Verbindung gesaugt wird. Nach dem Abkühlen verfügt die hartgelötete Verbindung über eine starke metallurgische Schnittstelle zwischen dem Füllmetall und den beiden Basismetallen.
Die beiden wichtigsten Merkmale einer Hartlötverbindung sind die hohe Stärke und die geringe Hitze, bei der sie erstellt wird. Eine sorgfältig hergestellte Hartlötverbindung ist in der Regel stärker als die zu verbindenden Metalle. Außerdem ist die Temperatur, bei der die Verbindung erstellt wird, wesentlich geringer als der Schmelzpunkt der zu verbindenden Metalle.
Eine Hartlötverbindung „macht sich selbst“, in dem Sinne, dass die Kapillarwirkung, und keine Aktion des Nutzers dafür verantwortlich ist, dass das Füllmetall vollständig in die Verbindung einfließt. Doch selbst ordentliche Verbdindungen können sich als mangelhaft herausstellen, wenn Sie sich nicht an die richtigen Hartlöt-Verfahren halten. Diese Verfahren nennen wir auch die Sechs Grundschritte. 

  Wie wird eine Hartlötverbindung getrennt?

Es kann vorkommen, dass Sie eine Hartlötverbindung wieder trennen müssen. Dies geht ganz einfach. Zuerst müssen Sie den Verbindungsbereich vollständig anschmelzen. Das Schmelzen hilft dabei, dass das Füllmetall beinahe zum ursprünglichen Schmelzpunkt flüssig wird und hält die Bauteile für erneutes Hartlöten sauber. Nach dem Anschmelzen müssen Sie die Verbindung gleichmäßig auf einen etwas höheren Wert als die Schmelztemperatur des Füllmetalls erhitzen. Nun können die beiden Bauteile leicht voneinander getrennt werden. Später können Sie die Baugruppe mit den selben sechs Schritten erneut hartlöten. Allerdings müssen Sie etwas zusätzliches Füllmetall auftragen, wenn Sie eine getrennte Verbindung erneut hartlöten, um das Füllmetall zu kompensieren, das bei der Trennung verloren ging.

 

  Wie kann man sicher hartlöten?

Es gibt zwei wichtige Sicherheitsbedenken beim Hartlöten. Die beiden Gefahrenquellen für Hartlöter sind chemische Dämpe und die Hitze und die Strahlung der Lötflamme. Lesen Sie diesen Blog über Oxy-Azetylen-Lötflammen, um weitere Informationen zu erhalten.

  Wie wird man die Dämpfe beim Hartlöten los?

Lüften Sie enge Räume mit Ventilatoren, Abzugshauben oder verwenden Sie gegebenenfalls Atemschutzgeräte. Reinigen Sie die Basismetalle, um Verschmutzungen auf der Oberfläche zu entfernen, die zu Dämpfen führen können, wenn die Metalle erhitzt werden. Verwenden Sie (gegebenenfalls) Flussmittel in ausreichender Menge, um eine Oxidation während des Heizkreislaufs zu vermeiden. Erhitzen Sie weiträumig, aber nur die Basismetalle, nicht das Füllmetall. Entfernen Sie giftige Beschichtungen und achten Sie darauf, die Baugruppe nicht zu stark zu erhitzen.

  Welchen Schutz gibt es für Flammlötprozesse?

Nutzer sollten Schutzhandschuhe tragen, um die Hände vor Hitze zu schützen. Ein abgedunkelte Schutzbrille oder ein Schweißhelm schützen die Augen des Nutzers vor Ermüdung und Schäden. Eine eingehende Disskussion der Sicherheitsfaktoren finden Sie in der Nationalen Norm Z49.1 „Sicherheit beim Schweißen und Schneiden“, veröffentlicht von der American Welding Societey (AWS). Weitere Einzelheiten darüber, wie Sie mit einer Lötflamme sicher arbeiten, finden Sie in diesem Blog: Sicherheitsausrüstung für Sauerstoff-Azetylen-Gasbrenner. 

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